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Institut für Linguistik: Anglistik

The acquisition of Voice alternations by bilingual children (Greek-German) DFG -Projekt AL 554/7-1
The project is located at the Humboldt Universität zu Berlin since October 2015.  

Das Projekt ist am 01.10.2013 gestartet und wird von der DFG 36 Monate lang gefördert.

Projektleiterin:

Prof. Dr. Artemis Alexiadou

Postdoc Forscherin:

Dr. Katerina Zombolou

Forschungsassistenten:

Kerstin Hohmann
Elisavet Felekidou
Kiana Naghshineh
Miron Papadopoulos
Christos Papatzalas
Anselm Pyta
Melanie Siali
Katerina Vintzileou

Kooperationspartner
in Griechenland:

Prof. Dr. Spyridoula
University of Athens

  Prof. Dr. Arhonto Terzi
Technological Educational
Institute of Patras

1. Beschreibung des Projekts
2. Empirische Studien
3. Veröffentlichungen

1. Beschreibung des Projekts

Dieses Projekt untersucht den Spracherwerb von Voice Alternationen der zweisprachigen Deutsch-Griechisch sprechenden, in Stuttgart lebenden Kindern sowie der einsprachigen Deutsch bzw. Griechisch sprechenden Kindern (3-6 Jahre alt). Das Projekt untersucht vor allem den Spracherwerb von reflexiven (Der Junge kämmt sich), reziproken (Die Kinder werfen einander Bälle zu), antikausativen (Das Eis schmilzt) und passivischen Konstruktionen (Das Feuer wird von den Feuerwehrmännern gelöscht).

Hauptziel des Projekts ist, herauszufinden, ob die zweisprachigen Kinder die oben erwähnten Sprachstrukturen (Voice) ähnlich wie die einsprachigen Kinder erwerben und/oder ob die eine Sprache den Erwerb der anderen beschleunigt oder erschwert.

Bezüglich des Zweitspracherwerbs ist es wichtig zu wissen, ob zweisprachige Kinder, die der deutschen Sprache später im Leben ausgesetzt sind (‚sequential bilinguals‘), mehr Schwierigkeiten beim Spracherwerb haben als die Kinder, die der deutschen Sprache vom Geburt an ausgesetzt sind (,simultaneous bilinguals‘). Aus diesem Grund untersuchen wir auch sog. age-of-onset Effekte.

Ein sehr wichtiger Faktor ist schließlich auch der Sprachinput. Um die Entwicklung des Spracherwerbs der Kinder besser verstehen und erklären zu können, es ist wichtig, dass man die Sprache der Kinder mit der Sprache der Erwachsenen ihrer Umgebung vergleicht. Aus diesem Grund sammeln und untersuchen wir Sprachdaten nicht nur von den Kindern sondern auch von ihren Eltern sowie der pädagogischen Fachkräfte Ihrer Tageseinrichtungen.

Neben den sprachwissenschaftlichen Erkenntnissen werden die Ergebnisse dieses Projekts uns helfen, nützliche Vorschläge im pädagogischen Bereich zu machen, beispielsweise wie Deutsch für zwei-/mehrsprachige Kinder im pädagogischen Alltag wirkungsvoller integriert werden könnte.

Dieses Projekt leistet Pionierarbeit in unterschiedlichen Bereichen: es ist die erste Studie, die den Spracherwerb von zweisprachigen, deutsch-griechischen Kinder in deutschsprachigen Gegenden untersucht. Es ist auch eine der wenigen Studien, die die Entwicklung der beiden Sprachen der zweisprachigen Kinder parallel untersucht. Darüber hinaus ist dieses Projekt eine der wenigen Studien, die dem Sprachinput der pädagogischen Fachkräfte der Tageseinrichtungen große Bedeutung beimisst.

 

2. Empirische Studien

Sprachliche Korpora werden von (ein- und zweisprachigen) Kindern (3-6 Jahre alt) sowie von Erwachsenen (Eltern und pädagogische Fachkräfte der Tageseinrichtungen) durch drei verschiedene Methoden gesammelt: Langzeitstudien, Sprachproduktionstests und Sprachverständnistests.

Für die Untersuchung des Spracherwerbs ist es wichtig, dass wir die sukzessive Entwicklung der Kindersprache beobachten. Aus diesem Grund sammeln wir regelmäßig Sprachdaten von Kindern und Erwachsenen über einen längeren Zeitraum (Langzeitstudien). Bei den Langzeitstudien beobachten wir das spontane Sprechen der Kinder und Erwachsenen. Hierbei steht die Frage im Vordergrund, ob und wie oft die sog. Voice-Konstruktionen im alltäglichen spontanen Sprachgebrauch verwendet werden.

Im Gegensatz zu den Langzeitstudien dienen die Sprachtests dazu, den punktuellen Sprachstand der Kinder und Erwachsenen einmalig zu beobachten. Die Sprachtests dienen einer gezielten Untersuchung der Voice-Konstruktionen, d.h. ob sie von den Kindern verstanden bzw. produziert werden.

Für die Sprachtests zeigen wir den Kindern und den Erwachsenen Bilder oder kurze Videoclips, die bestimmte Tätigkeiten demonstrieren. Für die Sprachproduktionstests zum Beispiel zeigen wir einen Videoclip, der ein Mädchen demonstriert, das sich kämmt. Danach werden den Kindern und den Erwachsenen die Frage gestellt "Was macht das Mädchen?".

Ein Beispiel dieser Videoclips können Sie sich hier anschauen.

 

3. Veröffentlichungen

Präsentationen bei Konferenzen:

  • Zombolou, K. & A. Alexiadou. 2014a. The acquisition of Voice alternations by bilingual children (Greek-German) Project. Presented at the International Congress "Die Hundert Sprachen der Kinder", Stuttgart, Liederhalle, 9-10 October 2014, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg & Landeshauptstadt Stuttgart. http://hundert-sprachen.de
  • Zombolou, K. & A.Alexiadou. 2014b. Acquiring verbal idiosyncrasy in heritage Greek. Paper presented at the Conference “IGG40 Italian Generative Grammar Meeting”, University of Trento, 13-15 February 2014.
  • Alexiadou, A. and K. Zombolou. 2013a. Early German-Greek bilingual Voice acquisition. Paper presented at the Conference Parallel grammars and multilingualism, October 16-18, 2013. University of NTNU-Trondheim, Norway.  http://www.ntnu.edu/multilingualism
  • Zombolou, K. and A. Alexiadou. 2012a. Early Voice Acquisition of Heritage Greek in Germany. Conference on Formal Approaches to Heritage Language. University of Massachusetts. http://www.umass.edu/larc/events/fahl2012/
  • Zombolou, K. and A. Alexiadou. 2012c. Anticausatives and Reflexives acquisition by L1-German children versus 2L1s heritage children in Germany with Russian, Turkish and Greek immigration background. Paper presented at the Workshop “Heritage Languages in Germany”, November 24, 2012, University of Stuttgart. http://ifla.uni-stuttgart.de/index.php?article_id=152&clang=0